Warum Pilgern plötzlich unmöglich wird Es gibt Phasen im spirituellen Leben, in denen das, was früher getragen hat, plötzlich nicht mehr trägt. Was einst selbstverständlich war, wirkt fremd. Was früher Sinn gegeben hat, bleibt leer. Und manches, das früher leicht war, wird auf einmal schwer. Für viele betrifft das nicht nur Gebet, Meditation oder innere Praxis, sondern auch etwas sehr Konkretes: das Reisen. Reisen war einmal mehr als Fortbewegung. Es war Übergang, Bewegung, Wandlung. Für manche war es sogar eine stille Form von Gebet – ein Unterwegssein, das innerlich begleitet war. Doch in der sogenannten dunklen Nacht verändert sich dieses Erleben radikal. Die dunkle Nacht – ein stiller Bruch Der Ausdruck „dunkle Nacht“ stammt aus der christlichen Mystik, vor allem von Johannes vom Kreuz. Doch das, was er beschreibt, ist kein exklusiv christliches Phänomen. Ähnliche Erfahrungen finden sich in vielen spirituellen Wegen – auch bei Menschen, die mit religiöser Sprache wenig anfangen kön...
Von Johannes vom Kreuz zur modernen Sinnkrise: Zwischen Mystik, Psychologie und existenzieller Tiefe