Als ich früher im Gottesdienst saß und von Hoffnung die Rede war, konnte ich damit wenig anfangen. Dieses Wort klang für mich sentimental, abstrakt, fast wie ein religiöser Werbeslogan. Selbst als ich begann, mich spirituell zu entwickeln, fühlte sich „Hoffnung“ leer an — so, als würde sie voraussetzen, dass ich mein Ziel noch nicht erreicht hätte. Und in meinem damaligen Selbstverständnis dachte ich, ich sei dem Ziel bereits nahe. Doch gerade in der Dunklen Nacht der Seele erhielt dieses Wort eine ganz andere Tiefe, eine andere Bedeutung — nicht als Hoffnung im Sinne von „Bald wird alles gut“, sondern als innere Haltung jenseits von Gefühlen, Gewissheit und Trost. Was ist die Dunkle Nacht der Seele — kurz definiert Mit Dunkler Nacht der Seele wird ursprünglich im theologischen Kontext ein Zustand beschrieben, in dem alle gewohnten spirituellen und emotionalen Stützen plötzlich versiegen: Gebet und Meditation fühlen sich leer an, Verbundenheit scheint verschwunden, und alles, was f...
Von Johannes vom Kreuz zur modernen Sinnkrise: Zwischen Mystik, Psychologie und existenzieller Tiefe